Ich will so sein wie Wolfgang!

Ein Turnierbericht

von dr. delay

Wer hätte das gedacht? Fanden die ersten Hamburger City Nord Open noch bei Schneefall und die zweiten bei Dauerregen statt, wurde diesmal kostenlos Sonnencreme gereicht inklusive Einreibservice, angeboten durch den Autoren dieser Zeilen. Freilich mit der Einschränkung, nur von Werferinnen (Single, blond und U 30) in Anspruch genommen werden zu dürfen. Natürlich versuchten auch einige attraktive Plastikwerfer diese Regelung zu umgehen, aber die Herren Schacht und Görtz konnten trotz Perücke und wunderschön wehendem Langhaar rechtzeitig enttarnt werden. Zum Spielverlauf:

Am tropisch heißen Doppelfreitag fanden sich im Laufe des heißen Nachmittags beeindruckende 27 heiße Paarungen zusammen, die sich auf dem auf PDGA-Niveau angehobenen City Nord Kurs einspielten, bemühten und abschwitzten. Die offene Klasse gewann dabei das Pärchen Niko T und T-Kay S., bei denen viele Facebook-Follower vermuten, dass bei den Gelegenheitsmodels nicht nur Disc Golf geht. Die Mixed-Konkurrenz hingegen erlebte einen geteilten ersten Platz: Katharina Witt/Philipp Voß aus Delmenhorst und das Disc Golf Traumpaar Lida Zeiske/Fabian Bismar konnten sich schlichtweg nicht entscheiden, wer besser ist. Mehr passierte Freitag nicht.
Der Samstag kam und mit ihm zuallererst die zahlreiche Disc Golf Club Hamburg Helferschar, die bereits um fünf Uhr morgens – jedenfalls war dr.delay um diese Zeit vor Ort – letzte Hand an die Grüns legten. Der Rest des vollen Teilnehmerfeldes trudelte gegen 8:30 Uhr ein, um sich immer noch rechtzeitig für einen weiteren Sonnentag mit allerdings gemäßigteren Temperaturen, und dafür ´ner ordentlichen steifen Brise am Nachmittag (was natürlich noch keiner außer Kachelmann wissen konnte) eincrememäßig (siehe oben) vorzubereiten. Manche warfen sich auch warm, was aber nach Ansicht des erfahrenen Autoren dieses Berichts genauso überschätzt wird, wie der lautstarke Haka der Maori vor Rugby-Spielen.

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Die Hamburg-TDs von hinten – man beachte den Abstand zum Spielervolk!

Nach dem heiteren Player´s Meeting ging es auf den nunmehr perfekt vorbereitenden Kurs, der liebevoll vom Hamburger Nachwuchs-TD und Doubles-Gewinner Fabian B. in Absprache mit seinem Co-TD Markus – dem Macher des weit über die Grenzen des Hanseatischen Weltreichs bekannten CN-Kurses, auch Nowc-Parcours genannt – in monatelanger Kleinarbeit am grünen Tisch entworfen wurde (Anmerkung der Red.: der Tisch ist wirklich grün und steht in Herrn Ladendorf´s ockerfarbenen Wohnzimmer, ganz Feng Shui).
Auf diesem (dem Kurs, nicht dem Tisch) warf sich zunächst einmal erwartungsgemäß der Open-Favorit und stolze Hannoveraner Niko Tsouloukidse mit einer 52 (Kurspar: 58) nach vorne. Dicht gefolgt von den Herren Eberts (Greifswalde) und Bäss (Bremen) sowie Hamburgs Hoffnung Thommy Jahn. Unter Beifallsbekundungen das Turnier-Headquarter betretend wartete dort jedoch eine echte Überraschung auf Dr. T: Keine von ihm geschwängerte Krankenschwester, sondern eine 51, geworfen vom Multi-Master-Talent Sascha Görtz aus der Stadt mit dem Plopp-Verschluss. Letztgenanntem gelang dieses formidable Ergebnis im Übrigen trotz seines aufsehenerregenden Umstiegs von bisher verwendeten digitalen Laserentfernungsmessgeräten auf analoge Technik (Daumen),– Respekt, und das in seinem Alter.

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Die Ähnlichkeit mit der Mutti ist unverkennbar

Die zweite Runde konnte kommen und es wurde wie von Kachelmann prophezeit: windig, und zwar mitunter ziemlich. Aber noch besser: Während sich Dr. T. ebenso wie Jörg E. um jeweils einen Wurf verbesserten, stürmte von hinten der Friedberger Andrei Betea heran, mit einer schier unglaublichen 49 und dabei stets begleitet von seinem hübschen Caddie-Groupie.
Die Masters wurden weiter vom ehemaligen Stacking-Weltmeister deklassiert. Eine weitere, beeindruckende 52er-Runde wurde vom Titelgeber dieses kleinen Turnierberichts gespielt: Wolfgang Kraus, Rüsselsheimer Grandmaster und Sport Direktor unseres kleinen aber feinen Verbandes, wie die meisten wohl wissen sollten.
Bei den Damen setzte sich die reizende Maike Janiesch ab und die Juniors wurden angeführt vom Wahl-Hamburger Felix Dede.
Damit war auch schon der Boden für das spätnachmittägliche Ace Race, ebenso wie für die Player´s Party bereitet, über welche aus Gründen der Diskretion an dieser Stelle nicht weiter berichtet werden soll. What happens at the City Nord Open, stays at the City Nord Open.
Tag 2:
Während der Großteil der Durchschnittswerfer den Vormittag nutzte, um abzuschlappen, schienen Kopfschmerzen und Schlafdefizit den meisten der Top-Spieler nichts anzuhaben. Andrei B. und Niko T. rockten jeweils mit einer weiteren Top-Runde (52), überboten aber vom zur Frühschoppenzeit immer stärker aufspielenden Jörg E., der sich mit einer grandiosen 50 ins Rampenlicht schob.
Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle der beste Nachwuchshamburger Robert Schulze-Nemak mit einer weiteren 56 und Antonia Faber aus Potsdam, die mit einer 58 die beste Damenrunde des Turniers ins Clubhause brachte.
Den Vogel schoss jedoch dr.delay´s Lieblingsgrandmaster ab, der eine weitere 52 golfte und den Rest der talentierten Altherrenrunde somit endgültig in Grund und Boden spielte. Im Rahmen eines während des Finales geführten Geheiminterviews offenbarte Wolfgang dem bekanntermaßen nur mittelmäßig talentierten Schreiberling dieser Zeilen, der zudem noch seinen höchst demotivierenden Zweitrundenflight verarbeiten musste, dass er keine Nervosität zu kennen scheint. Mental heißt bei ihm: Er braucht die Herausforderung. Je anspruchsvoller, desto oller und doller. Spielen die anderen gut, spielt er besser. Großes Plastik-Kino, lieber Wolfgang!
Im Open-Halbfinale schob sich dann noch Dennis Kubin nach vorne und sorgte dafür, dass das spektakuläre und hochspannende Open-Finale frei von Hamburgern blieb.
Teilspannend verlief auch die Damen-Konkurrenz, in der erst an der vierten Bahn im Stechen dr.delay´s Lieblingsspielerin of all times: Sandra (Wede-)Meyer der wundervollen Anne-Katrin Voss den Vortritt lassen musste. Auch hier also nix mit Hamburgern im Finale.

CN-WC

Was bitte sollte hier links gehalten werden?

Zu eben diesem:
Bei den Damen ließ sich Maike J. ihren Vorsprung nicht mehr nehmen und gewann am Ende mit drei Würfen vor Wiebke Becker, die wiederum zwei Würfe weniger als Antonia F. benötigte.
Bei den Senior Grandmastern gewann Wilfried Weder mit bescheidenen 15 vor Siegfried Metter und der wiederum knapp vor Willy Leifermann.
Mit gefühlten 69 Würfen vor dem Kasseler Jürgen Hengstler und dem Dritten Frank Schneider aus der Jugendherberge in Meinerzhagen empfahl sich der Rüsselheimer Grandmaster Wolfgang Kraus für ganz große Turniere, vielleicht ja mal auf der anderen Seite des großen Teichs.
Zwei Dinge ergänzend dazu: Die Grandmaster spielten teils tolle Ratings, nur war Herr Kraus einfach mental gedopt und unschlagbar (nach der dritten Runde lag er im Gesamtergebnis gerade einmal zwei Würfe hinter Niko T.). Außerdem braucht sich niemand bei ihm als Caddie bewerben – den Job bekommt dr.delay sowieso.
Die Masters wurden ebenfalls souverän gewonnen und zwar von einem so stark verbesserten Sascha Görtz aus Flensburg, dass einen die Angst beschleicht, er könnte auch in dieser Disziplin eines Tages Weltmeister werden, nur um sich anschließend dem Rhönradturnen zuzuwenden und dort dann weitere Titel sammelt. Sechs Würfe dahinter der Dauerbrenner und Zwangsbraunschweiger Frank Brügmann, wurfgleich mit dem Hamburger Lichtblick auf Oldie-Seite: Volker Meyer.
Die Junioren freilich boten echte Dauerspannung und am Ende hatte der bereits erwähnte Frank D. die Nase vorn. Wurfgleich mit dem späteren Zweiten Robert N.-S., der sein Weniger an Jahren und Turniererfahrung trotzdem mit einer tollen Silbermedaille belohnen konnte. Wenigstens hier sah Hamburg gut aus. Noch besser sah allerdings der erst 11jährige Timo Hartmann aus, der nicht nur mit seiner beeindruckenden Spielweise sondern sich auch mit seinem Haircut für Hochglanzmagazine wie DiscGolfer, Bravo oder auch Teen Vogue empfahl. Keanu Buck aus Bremerhaven rundete das Quartett ab.
Last but not least kam es zum heiß erwarteten Open-Finish auf fünf final-modifizierten Bahnen. So musste beispielsweise unter Brücken hindurchgerollt und aus luftiger Höhe abgeworfen werden. Toll dabei, dass nahezu alle Spieler nebst Anhang als auch zahlreiche unbedarfte Zuschauer mitgingen. So macht ein Finale riesig Spaß. Der Zweikampf zwischen dem hochkonzentrierten, ein wenig nervös wirkenden Jörg E. und dem stets lächelnden Dr. T. konnte beginnen.
Bahn für Bahn tastete sich Zweitgenannter heran und ließ deutlich werden, dass er das Zeug zum Publikumsliebling hat. Wurde grundsätzlich jeder gute Wurf der final five bejubelt, war selbiger Jubel bei Niko immer ein kleines bisschen lauter. Das, obwohl auch ein toll aufspielender, allerdings zu weit zurückliegender Jan B. bestes Disc Golf zeigte. Lediglich Andrei und Dennis hielten sich mit einer dr.delay bestens bekannten Mischung aus Pech und ichkannnichtmehrbinmüdeundwilllieberfernsehen etwas zurück, rundeten den Finalflight aber auf imposante Weise ab.
Am Ende sollte es für Niko jedoch nicht mehr ganz reichen und Jörg Eberts gewann mit seinem superkonstanten Spiel verdient und mit zwei Würfen vor sein erstes B-Turnier. Er wird sicher auch in Zukunft vorne mitmischen.

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Der stolze Sieger (demütig knieend) und die stolzen Medaillengewinner (weitgehend stehend)

Fazit ist, dass der Disc Golf Club Hamburg ein gelungenes B-Turnier ausrichtete und selbst in Sachen Wetter nichts zu wünschen übrig blieb. Wünschen tut sich der Autor hingegen … aber das steht ja schon ganz oben.
Vollständige Ergebnisse unter: pdga.com/tour/event/20824 (Open) und discgolf-hh.de/index.php/citynordopen2015 (Doubles).
Hamburg, 06-2015

Den Regen stehen gelassen

Die 3. City Nord Open in Hamburg

aus der Rubrik: dr. delay knows



Der Aufreger der ersten Runde: dr. delay macht sich wieder an Schröder ran.

Der Aufreger der ersten Runde: dr. delay macht sich wieder an Schröder ran.

Es grenzte an ein naturwissenschaftliches Wunder und sicherlich hatte auch keiner der über 60 Teilnehmer im Vorfeld daran geglaubt. Aber: es regnete oder schneite diesmal nicht und nach unbestätigten Aussagen von wetteronline.de soll dies auch in den nächsten zehn Jahren so bleiben. Allerdings hatten sich die verheerenden Witterungsbedingungen der ersten beiden City-Nord-Turniere anscheinend bereits derart fest ins Unterbewusstsein jedes einzelnen Teilnehmers gebrannt, dass sämtliche Spieler unnützerweise Tonnen von Regencapes und Gummihosen herumschleppten.

Glücklicherweise blieb aber nichts liegen, was möglicherweise bei Parkbesuchern für falsche Rückschlüsse gesorgt hätte.

Zum eigentlichen: Da zahlreiche Topleute, anders als im Vorjahr, nicht von Discmania zur Teilnahme gezwungen wurden, trat ein sehr ausgeglichenes Hauptfeld an, aus welchem sich allerdings sehr schnell ein Männlein herausschälte. Das nämlich mit dem unaussprechlichen Namen, welches aber dessenungeachtet in der ersten Runde mal eben eine Par 4-Doppel-Mandy-Bahn parkte.

Discmania-Cake

Plumper Versuch des unauffälligen product placements: Discmania-Cake

„Das schockt doch nicht, Niko, sondern frustriert uns Normalos nur. Lass dass gefälligst.“ wollte man ihm noch zurufen, aber er war längst mit dem nächsten Birdie beschäftigt. Bereits Niko´s Minus 9 am Vormittag waren dabei beeindruckend, aber am Nachmittag brauchte er noch mal drei Würfe weniger und nicht einmal dr.delay´s Wortschatz reicht hier aus, um eine solche Leistung treffend beschreiben zu können.

Dem konnten die tapferen Hamburger Verfolger Malte Cohrs (zweiter Platz) und T-Kay Seifert (dritter Platz) trotz mutiger Ansagen in der mittäglichen Vietnamesenesspause einfach nichts entgegen setzen. Niko dominierte das Feld von Anfang an, wahrscheinlich auch, weil er am Vorabend endlich Frau delay kennenlernen durfte und nun vermutlich ganz verliebt ist.

Erwähnenswert in der Open Division noch: Ein toller vierter Platz vom gleichmäßig gut spielenden Frank Brügmann, eine tolle zweite Runde von Ben Böhm und natürlich die sensationell-fantastisch-orgastische erste Runde des bekanntermaßen bescheidenen Unterzeichners.

Delaymobil

Das Delaymobil leistete wieder einmal wertvolle Dienste bei der Turnierorganisation

Die Masters fielen knapp aus und wurden letztlich eiskalt-cool von Sascha „Stacking“ Görtz gewonnen, der noch vor kurzem Weltmeister mit ganz anderen Plastikteilen wurde und im Disc Golf alles andere als ein alter Hase ist. Nunmehr sein dritter Turniersieg in Folge. Lässig und mit dafür eigens hergerichteten Disc Golf-Kinderwagen-Trolley. Der hingegen tatsächlich uralte Hamburger Hase Frank Buchholz konnte sich dann erst im Stechen von einem anderen Hamburger: Norbert Schulze-Nemak absetzen, so dass wenigstens die weiteren Plätze in der Hanseatischen Metropole verblieben. (Nee, nee liebe Bremer – damit seid ihr nicht gemeint.)

Die Grandmasters wurden wieder mal von Michael Voglmeyer gewonnen und konnten vom eigentlich grandmastertauglichen Unterzeichner leider nicht weiter beobachtet werden.

Kommen wir zum Schluss zu den ansehnlichsten Disc Golfern, in diesem Fall: -innen. Trotz dem dr.delay mit der bezaubernden Susanne Schmedtundsoweiter in der ersten Runde mehr als nur belanglos flirtete, holte sich den Titel die mit Heimvorteil und Disc Golf fanatischen LAG ausgestattete Sandra Meyer. Was sollte sie auch anderes machen, damit anschließend nicht der Haussegen schief hängt?

Allee

Weicheierbaumallee in der City Nord

Erwähnenswert vielleicht noch die Aufgabe, die die Stadt Hamburg den findigen Mitgliedern des Disc Golf Club Hamburg aufgegeben hatte. Die mussten nämlich dutzende Platanen mit PVC und Zeugs ummanteln, damit diese Weicheier-Bäume auch ja keinen Kratzer abkriegten. Nun denn. Nach ständigen Auseinandersetzungen mit einigen wenigen, dafür aber leider sehr renitenten, selbst ernannten Hundeflüsterern war dies ein eher geringes Problem auf dem Hamburger Turf. Und wann spielt man schon mal zwischen bepfeilten grinsenden Bäumen hindurch?

Siegerbild

Die Sieger der 3. City Nord Open. In der Mitte mit blauem Shirt der Unaussprechliche

dr.delay in 09/2014

dr. delay fährt Bus

Wie dr. delay einmal mit dem Bus fuhr

Aus der Rubrik: dr. delay knows

Da dr.delay in den letzten Wochen der Elan fehlte, um regelmäßig Plastikscheiben zu werfen oder gar seine Wurfkunst auf Turnieren zu demonstrieren (eine vorübergehende Unlust, hervorgerufen unter anderem durch die Tatsache, dass es so viele nachwachsende BlödbackenInnen gibt, die dr.delay Disc Golf erklären wollen), er jedoch seiner ständig nach Nachschub gierenden Leserschar (sofern ‚Schar’ auch für weniger als 10 Personen gilt), den weiteren Entzug nicht zumuten zu können glaubte, kam dr.delay auf die glänzende Idee, einen Bericht über Lebensereignisse abseits des Disc Golfs Sports zu schreiben (sofern dies überhaupt möglich ist).

Nun gut, der Grund meiner Reise war dennoch frisbeeorientiert, es handelte sich nämlich um ein geheimes Geheimtreffen der heimlich Mächtigen unseres Sports in der Hauptstadt, die unter dem Arbeitstitel „Ist Oval das neue Rund? zusammenkommen wollten. Doch dazu kam es nicht und dass ging so:

Die Deutsche Bahn ist verlässlich, sauber und pünktlich, mit der klitzekleinen Einschränkung,, dass die Temperatur maximal zwischen 12,5 und 21 Grad Celsius schwanken, es nicht zu stark regnen und auch nicht doll winden darf, wie es vor kurzem in Norddeutschland der Fall war, als Christian uns heimsuchte (nicht Plaue; die Red.).

Frohen Mutes und mit vielen neuen Ideen in meiner DiscCarrier Bag, z. B.: „keine G-Strings bei A-Turnieren“ oder „Verkaufsverbot von Ladyline Discs an Martin Kunz“, machte ich mich auf den langen beschwerlichen Weg von HH nach B. Und kam pünktlich bis Neustadt an der Dosse, welches hier sein oder ihr – die Geschlechtsspezifizierung einer ostdeutschen Kleinstadt verhält sich ähnlich schwierig, wie bei den hübschen thailändischen Wesen im Rasputin in der Großen Freiheit, wobei mir letzteres natürlich nur aus dritter Hand zugetragen wurde – ostprignitzisches Schattendasein fristet.drdelay fährt Bus

Der Zug hielt und in den folgenden zweieinhalb Stunden gab es so viele lustige Durchsagen, dass ich mir nun endlich sicher sein konnte, dass Thomas Gottschalks Gagschreiber nach dessen lang ersehntem Weggang bei „Wetten dass?“ endlich eine neue, angemessene Position gefunden hatte. Leider enthielten die Durchsagen wenig Informatives, außer dass es den Deutsche-Bahn-Mitarbeitern bei Gulagstrafe verboten ist, das englische „tie-äytsch“ anders als „ssssss“ auszusprechen. Warum auch? Wir wollen der Welt zeigen, dass wir stolz darauf sind, beim Englisch sprechen ähnlich charmant wie unsere französischen Nachbarn zu klingen. Jetzt sind wir wieder wer!

Anyway, genug der Anglizismen, weiter im Text.

Ich hatte meinerseits bereits eine Abholung im schönen Neustadt an der Dosse durch Frau Delay organisiert, welche ihrerseits wiederum unsere Kinderschar bereits sorgsam im Kohlenkeller untergebracht hatte, damit diese nicht wieder mit ihren schmutzigen Kinderhänden meine wertvolle Playboy-Hefte-Sammlung aus den 60igern begrabbeln könnte. Doch ich musste alles abblasen, wobei mir noch nie bewusst war, dass man „Blasen und Playboy“ in einem Absatz unterbringen kann, und es trotzdem noch FSK 6 ist. Toll.

Der Zug hatte sich dann aber überraschenderweise und ohne eine der putzigen Ansagen in Bewegung gesetzt und rollte – vermutlich mit Autobatteriekraft oder so – gen Berlin. Ich musste umdenken, neu planen, aber Logistik liegt uns Deutschen ja im Blut, wie den bereits erwähnten Franzosen das Cholesterin. Ich meine wegen der ganzen Gänseleberfresserei und dergleichen.

Frau Delay war schon wieder auf dem Heimweg; unsere Kinder wurden übrigens gleich am nächsten Morgen vom Jugendamt befreit, nachdem sich Amy Delay-ny mit einem im Boot-Camp für schwer Erziehbare erlernten Heizungsrohr-Klopfmodus bemerkbar gemacht hatte.

Wenig später rollten wir dann in den sieben- oder so-stöckigen Berliner Hauptbahnhof ein und zum ersten Mal fühlte ich mich wieder an Operation Frequent Wind (der Evakuierung Saigons, die den Vietnamkrieg beendete; die Red.) erinnert, nur dass es keine bösen Kommunisten gab, vor denen man Angst haben musste. Es herrschte Chaos und die Schlangen vor den Info-Schaltern waren so lang wie an den Bierständen Wackens. Was tun?

Mein Problem war, dass ich am selben Tag zwingend wieder in die Nordmetropole zurück musste, da im dortigen Disc Golf Think Tank nun mal ohne mich nix läuft, die Bahn sich aber aufgrund der starken Winde nicht mehr auf die Schienen traute. Da ich stets unter dem Sicherheitslevel notorious reisen muss, nimmt mich auch kein Vier-Sterne-Hotel auf und ich hätte womöglich in einem Backpacker-Hostel übernachten müssen; mein ehemaliger Schüler Magic Greg weigert sich nach meinem schonungslosen Bericht über die Geschehnisse in Nokia immer noch, mir sein Sofa und seine Zahnbürste anzubieten.

Mein Hirn ratterte und selbst mein IQ von knapp über Durchschnitt half hierbei kaum weiter. Da kam mir der rettende Gedanke: Bus! Es gibt doch diese putzigen Hochbusse, die bunt beklebt die BABs bevölkern und zahlenmäßig schon jetzt so stark sind, wie der Fan Club Hoffenheims nie sein wird. Damit musste es mir gelingen, wieder zurück in meine schöne Hansestadt zu gelangen.

Nach einem harten Kampf gelang es mir, eine der letzten S-Bahnen zu besteigen, die noch fahren durften, bevor ein Blackout vom Senat angeordnet wurde, schon um die schwächelnde Geburtenrate Berlins positiv zu beeinflussen.

Vom Westkreuz gelangte ich gegen Sturmböen ankämpfend zum ultraschicken Berliner ZOB und tatsächlich stand dort ein 500 PS-Bolide bereit, um sich durch fiese Seitenwinde Richtung Nordnordwest zurückzukämpfen. Mit Bakschisch ergatterte ich ein Ticket und schon saß ich im Bus.

drdelay fährt Bus2Zwar beschäftigte mich mein 1982 ausgelöstes Bustrauma – ich musste 45 Stunden lang in einem veralteten Greyhound von Houston/Texas in den Big Apple (NYC) fahren – durchaus bis zum Berliner Kreuz, aber die Lektüre des ‚Disc Golfer’ sowie der aktuelle Bildband Holly Finale Finleys hatten mich bald gefesselt.

Die Fahrt verlief meistens schlingernd, nur meine Mitfahrer hinterließen ein explizites Bild des mir vorher nicht bekannten Buslinienpublikums.

Neben mir ein dauermüffelnder, osteuropäischer, sicherlich hart arbeitender Mitbürger, der mir netterweise zeigte, wie man die Bustechnik (gemeint ist die Leselampe; die Red.) bedient, ansonsten aber schnarchfrei schlummerte. Gut, sein ´rüber rutschendes Knie zwang mich, schwerpunktmäßig im Gang zu sitzen, aber sonst war es nett. Wie erwartet wachte Slowomir (so nannte ich ihn liebevoll) an der Hamburger Stadtgrenze auf und aß sich noch einmal richtig satt – mit dem Rest aus der Aldi-Chips-Tüte (Marke Puszta pikant). Dann trank er  aus seiner River Cola-Plastikflasche und ich machte zwei Kreuze in meinem Klischee-Handbuch. An dieser Stelle möchte und muss ich einmal meinem Unmut über den Frevel, Cola in Plastikflaschen anzubieten, Ausdruck verleihen und ankündigen, eine Protestnote an die Bundesregierung zu schicken. Alles nur wegen Trittin sein Pfandhang. Arschkrampe, der.

Vor mir war es wenig spannender: Ein Mittsechziger, der vergessen hatte, seine Jerry Cotton Romane einzupacken und stattdessen auf seinem HTC verzweifelt versuchte, Angry Birds in den Griff zu bekommen. „Herr Merkel (so nannte ich den sympathischen Fastrentner), dass ist nur für eine Doppeldaumenbedienung gedacht. Das können genetisch bedingt nur Teenager, nach 97 geboren. Für uns gibt’s Memory auf´m Ipad.“ Er ignorierte mich aber und schnalzte stattdessen im 30-Sekunden-Rhythmus, nämlich immer wenn er verkackte. Und das war jedes Mal. Ruhe kehrte erst ein, als er aufgab und stattdessen lautlos 45 Minuten lang eine ein-Finger-SMS schrieb.

Neben mir dann der Höhepunkt: Ein Werber. Ich hasse sie – fast alle, außer natürlich meine Freundin Mechthild, die Art Direktorin und hübsch ist (hoffentlich liest das nicht Frau Delay. Von allen Berufsgruppen, die man auf Knopfdruck eliminieren sollte, nimmt die der Werber Platz eins ein. Der Typ war so dämlich, dass es mir nicht einmal gelang, ihm einen Namen zu geben. Er schaffte es, die Hälfte der Fahrt über zu beweisen, dass Worte wie „Shooting“, „Ell-Ey“ und „Chillen“ eben doch keine alltaugstaugliche Kommunikation verwirklichen sondern nur das sinnentleerte Gebrabbel von Ed Hardy-T-Shirt tragenden Furzköpfen darstellt. Zwischendurch sprach er sogar englisch, ich meine: denglisch, denn der Satzanfang „The thing is …“ könnte auch von Gayle Tufts analysiert und ihr Bühnenprogramm aufgenommen werden. Loser.drdelay fährt bus3

Als sich der Werber dann beim Stop sofort ´rausdrängelte und ich darüber meinen berechtigten Unmut bekundete, rief er mir ein überlegenes „Spassti“ zu, woraufhin ich ihm ein „Spassti ist voll 80iger“ entgegnete, was berechtigterweise und dauerhaft für Ruhe sorgte. Ich bin sicher, spät am Abend musste er dann doch ein bisschen in sein Habitat-Kissen weinen.

In Ruhe konnte ich mich dann auch auf meinen Nachhauseweg begeben, denn in Hamburg lief längst alles wieder – wir sind den Wind eben gewohnt.

Das geheime Geheimtreffen fiel übrigens aus, da auch es auch die anderen Teilnehmer nicht in die Hauptstadt schafften. Avery J. soll in immer noch einer lettischen Bierkneipe festsitzen und baltische Biersorten zählen. Süllväng Rouge – oder so ähnlich – ist an Gänseleberpastete erstickt. Nur der Vertreter Japans Fuku Shima wartet wohl noch immer auf eine Besserung der Lage.

Wem in diesem Lebensbericht im Übrigen der Spannungsbogen fehlt, der kann gerne mit meinem Lektor ein Bier trinken gehen, und ab 2014 bietet dr.delay Disc-Golf-Busreisen an.

dr.delay in11/2013

dr. delay das erste Mal im Stroh

Das erste Mal im Stroh

Oder: Was in Löningen alles geschah

Es war das erste Mal und am Ende tat es auch ein wenig weh. Aber ich fange von vorne an:

Nachdem mir Frau delay überraschenderweise das delay-Mobil überlassen hatte, machte ich mich frühmorgens, also zu einer Zeit, die auch den beflissensten Handwerksmeister nicht aus den Feder reissen würde, auf den langen, beschwerlichen Weg in eine gewisse Nord-West-Metropole namens ‚Löningen‘. Selbst mein Navi war sich allerdings nicht ganz sicher, wo dieser putzige kleine Ort, das Schmuckstück des Oldenburgischen Münsterlandes liegen würde und daher gab ich einfach „Richtung Holland“ ein und zählte die Abfahrten.

Ungefähr bei Abfahrt 93, von Hamburch aus waren es kaum zwei Stunden, ließ ich den italienischen Sport-Motor unter 12.000 Umdrehungen sacken und verließ gemächlich die Autobahn, die in dieser Gegend ohnehin ganz überwiegend als Teststrecke für den Golf VIII benutzt wird, schlichtweg, weil es zu wenige BAB-Benutzer in diesem Landstrich gibt, die auch über einen gültigen Führerschein verfügen.

Macht nichts, sagte ich mir, die Sonne scheint und Hartl kommt … nach Löningen, meine ich. Was sollte also schief gehen? Und kaum hatte ich ein- und wieder ausgeatmet, war ich auch schon durch Löningen hindurch. Macht nichts, sagte ich mir erneut, wendete gemäß Fast & Furious III (37te Minute) und entdeckte direkt nach dem U-Turn ein hilfreiches „Zum Discgolf“ Hinweisschild.

Den Boliden sorgsam geparkt, die Turbos summten noch leise vor sich hin, noch einmal darüber sinniert, wie viele MDs ich nun in meine DG-Tasche packen würde, traf ich auch schon die ersten Recken mit dem gleichen Ziel: Die first Löningen Open. Die obligatorischen Huldigungen gelangweilt entgegen nehmend machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Spielfeld, also: das Volk hinter mir gehend, natürlich.

Richtig, was wir fanden war mehr Feld als Kurs, denn stellte man sich in die Mitte des ordentlich getrimmten Ackers konnte man nicht nur 11 der insgesamt 12 Bahnen überblicken, sondern auch alle Spieler – außer natürlich denjenigen, die gerade auf der einzigen Bahn spielten, die nicht einsehbar war. Logisch.

Wesentliche Teile des Kurses - die unheimlichen Kornkreise sind nur von oben sichtbar

Wesentliche Teile des Kurses – die unheimlichen Kornkreise sind nur von oben sichtbar

Klingt langweilig, war es aber ganz im Gegenteil überhaupt nicht, denn TD Wilfried F, der es zum ersten Mal machte, hatte mit Hilfe von Top-Junior Torben C zahlreiche Monster-Strohballen – oder wie auch immer man diese runden Dinger bezeichnet (dr.delay lebte schon immer in richtigen Großstädten; die Red.) – genauso hingestellt, dass ein abwechslungsreicher, schnuckeliger 12-Bahnen-Parcours entstanden war. Unter anderem zwei Inseln, einige Obs, ein reißendes, äh reizendes kleines Flüßchen, das nach dem Turnier um einige Innovas reicher war, und endemische Killer-Brennesseln. Dass reichte, um einen entspannten Turniertag zu erleben.

Nachdem der vor 10 a.m. sowieso nur nörgelnde Verfasser dieser Zeilen beim Warmwerfen erwartungsgemäß dauer-nörgelte, zeigte bereits die erste Runde, was sich hier für ein putziger kleiner Kurs entfaltete. Eine der beiden Inseln war als schräge Doppel-Insel ausgelegt und schon rockte es im Gehäuse, was bremerisch-kanadische Urgestein Dave L auch am Ende des Tages zu einer überzeugenden kurzen Dankesrede veranlassen würde, in der mehr als 12 Mal das Wort geil vorkam, was im kanadischen jedoch ganz einfach „super“ bedeutet.

Die äußeren Bedingen waren mit 9 zu beschreiben, denn während der ersten beiden Runden kam es manchmal zu wechselnden Winden, dafür war das Mittagessen dann eine 10. Die möglicherweise leckeren Würstchen (dr.delay lehnt es seit seinem 12ten Lebensjahr aus sozial-ethischen Gründen ab, genetisch gleichberechtigte Säugetiere zu verspeisen) wurden dabei von dem zurzeit wegen Verstopfungen (oder so) nicht spielfähigen Werner S liebevoll durchgegrillt und von einer  bombastischen Salat-Abteilung flankiert, die von einheimischen Catering-Ladys zur Verfügung gestellt wurden. Wer so kocht, will von dr.delay geheiratet werden, aber die drei Damen lehnten den mormonischen Ehevorschlag des Verfassers dieser Zeilen glattweg ab. Frechheit!

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Hartl-Foto (Wurf-Aktion nachgestellt)

Das vorerwähnte lukullische Angebot sorgte dann nicht nur für eine schnelle Abfüllung der – leider nur – rund 25 Protagonisten, es sorgte auch dafür, dass uns Hartl gut gelaunt beim Lunch verbal mal so richtig loslegte und ungefähr über zwei, der zweihundert Frauengeschichten seiner aktiven 80 Jahren detailliert berichtete. Hinterher wusste der eine oder andere beisitzende Jüngling nun, warum das „e“ zwischen dem „t“ und dem „l“ fehlt. Die Jugend konnte hier ganz klar noch ´was lernen, gleichwohl die Vorstellung, dass es ein Leben außerhalb DiscGolf gibt, bei dem einen oder anderen für einen plötzlichen Herpes-Ausbruch sorgte.

Zurück zum Spiel: Nachdem in den ersten beiden Runden sozusagen das Stroh vom Ballen getrennt worden war, ging es spannend auf eine dritte und letzte 12er Runde und führte letztlich zu einem spannenden drei-Bahnen-Stechen zwischen Dave L und Torben C, das Zweitgenannter gleich an der ersten Bahn vorentscheiden konnte. Manche vermuteten, dass der Senior nachgab, um Tränen beim Nachwuchs zu vermeiden. Weisheit vor Jugend, so to say.

Junior Torben gewann somit auch die Gesamtwertung vor Dave, der wiederum die Open gewann und seinen zweittalentierten Sohn Junior Jason bescheidene 6 Würfe abnahm. Zweitbester Open-Spieler wurde Manuel B, vor dem drittplatzierten Alexander G, der wiederum – man glaubt es kaum – wurfgleich mit einem gleichermaßen für sein Alter gut aussehenden Fanzine-Schreiber namens John W. (Achtung, Name geändert; die Red.) abschloss.

Die Grandmasters-Wertung schließlich gewann Dirk P und die Masters-Wertung der vorerwähnte Oberbayer.

Was bleibt sind die Damen? Und genau diese Frage könnte als Festsstellung auch die Antwort auf einen Atomkrieg sein, denn das schwache Geschlecht sind doch wir – jetzt mal ehrlich gesagt! Daran gibt es nichts zu rütteln, auch wenn wir im Muscle-Shirt vielleicht noch ein wenig besser ´rüberkommen – manche jedenfalls. Neben Kakerlaken werden eines fernen Tages eben nur die Frauen überleben. Den männlichen Rest wird es elendig dahin raffen, da bin ich ganz sicher.

Gruppen-Foto (zweite von rechts: Dana Jung -die anderen sind mir egal)

Gruppen-Foto (zweite von rechts: Dana Jung -die anderen sind mir egal)

Und Stärkste unter den Starken war wieder einmal die bezaubernde Dana J, die endlich zugeben sollte, dass sie die zahlreichen Liebesbriefe von dr.delay eben doch nicht unberührt zurück gelassen haben. Vielmehr bewahrt sie die in ihrem rosa Zimmer unter ihrem Bett auf. Auch da bin ich ganz sicher.

Am Ende dieses herrlichen Frühsommertages, fern vom Großstadtterror und Kleinstadtfrust, fand dann ein kleines, aber feines Turnier seinen Abschluss und am Ende tat der leichte Sonnenbrand im Nackenbereich auch ein klein wenig weh. Aber in Gedanken ließ sich der Unterzeichner 200 km lang, auf dem langen, weiten Weg zurück in die Basis, von Dana eincremen – und alles wurde gut …

dr.delay im Juni 2013


 

The incredible Jan Bäss

(Hinweis: hierbei handelt es sich um die Übernahme eines Interviews, das von einem Mitarbeiter von Discmania Online geführt wurde)

Discmania-Online: Herr Bäss, bei den Kopenhagen Open vor drei Wochen gelang Ihnen der erste Sieg eines deutschen Spielers in einer Pro-Division bei einem PDGA-Major. Zudem setzten Sie sich mit – für hiesige Verhältnisse geradezu unvorstellbaren – 10100 Dänischen Kronen, d.h. umgerechnet immerhin noch 1340 Euro, Preisgeld auch an die Spitze der ewigen deutschen Disc Golf-Preisgeldrangliste. Wie geht es Ihnen so kurz nach diesem Coup in der dänischen Hauptstadt?
Herr Bäss: Nun bevor wir ins Plaudern kommen: Nennen sie mich bitte Major Master, die Anrede mit ‚Herr Bäss‘ ist mir etwas zu förmlich. Das mit dem Preisgeld war mir gar nicht bewusst. Wer lag denn bisher vorne?

Siegerehrung

Cashte Big in Kopenhagen: Jan ‚The Major Master‘ Bäss – Foto: George Braun

DO: Bisher führte der Michael Stelzer, der bei seinem zweiten Platz bei der Europameisterschaft in Söhnstetten mit 1300,- Euro cashen konnte.
Major Master Jan Bäss: Ach, das ist ja interessant, ich hätte auf Simon getippt. Hatte der nicht letztes Jahr die Europameisterschaft gewonnen?

DO: Richtig, dafür wurden aber nur knapp 520 Euro ausgeschüttet. In England war finanziell Magerkost angesagt.
MMJB: Ich halte nichts davon, Erfolge in Geldbeträgen zu messen. Allerdings wird bei solchen Vergleichen doch deutlich, welch bedeutendes Turnier die Kopenhagen Open waren. In der Masters Division waren netterweise nicht so viele US-amerikanische Schwergewichte vertreten, so dass ich an der Spitze des deutschen Keils die tendenzielle schwedische Disc Golf Übermacht auf die Ränge verweisen konnte.

DO: Herr Major Master, Sie haben in letzter Zeit mehr durch Auftritte bei Wetten dass…? oder bei kalifornischen Film-Festivals von sich reden gemacht als durch Berichte über hartes Training. Wie war dieser Erfolg trotz Trainingsrückstands möglich?
MMJB: Ich habe mich im Verlauf des letzten Jahres um die Vermarktung von ‚The Invisible String‘ gekümmert. Die Teilnahme am Santa Barbara Film Festival Anfang Februar diesen Jahres und das Treffen mit all den Protagonisten und weiteren Frisbee-Größen von einst war dabei ein Höhepunkt. Und Höhepunkte sollten stets ein wichtiger Teil des mentalen Trainings sein. Demnächst steht der DVD-Release der einzigen Discumentation des 21 Jahrhunderts an – ich hoffe dabei auf einen weiteren Höhepunkt in meinem mentalen Training.

DO: Auch wenn die besten US-Master den Flug über den großen Teich scheuten, war die Konkurrenz in Kopenhagen beachtlich: Christer Köhler und Tomas Ekström sind zwei Legenden der europäischen Turnierszene, Peter Bygde ist der zurzeit beste schwedische Master. Und aus dem eigenen Lager war Gregor Marter als gefährlicher Linkshänder einzuschätzen. Bei solchen Namen kann einem schon das Herz in die Hose rutschen, wenn man am Abwurf steht.
MMJB: Christer Köhler belegte 1986 den zweiten Platz bei den Stockholm Open und gewann das Turnier exakt 20 Jahre später, ein absolut filmreifes Plot, angesiedelt im 1000er Rating. Und Tomas Ekström ist mit 5 Stockholm Open Siegen sowieso der Allergrößte. Zudem heißt er noch ‚Professor Plast‘. Allerdings hatte er sich schon am zweiten Tag aus dem denkbar knappen Rennen um den Titel verabschiedet. An selbigem Tag sind übrigens an Bahn 5 tatsächlich 2 von 5 Spielern aus meinem Flight am Tee ausgerutscht. Das hatte aber keine mental bedingten länger andauernden Herzrhytmusstörungen zur Folge.

DO: Die Entscheidung fiel erst auf Bahn 18….
MMJB: Ja, es wurde im Golfstart gespielt, dh. alle Gruppen starten nacheinander auf Bahn 1 und beenden die Runde auf Bahn 18. In Deutschland ist das Format noch nicht so verbreitet, bei den großen internationalen Turnieren mit langen Rundenzeiten macht dies aber durchaus Sinn. Zudem hat man vor oder nach der Runde Gelegenheit zum Socializing. Insbesondere konnte ich mir einige der Top Amis etwas näher betrachten von denen ich allerdings viel zu wenig Spielerisches mitbekommen habe, da die besten Masters meist zur selben Zeit spielen durften wie die besten Open Spieler. So ist das Socializing in die Zeit nach den Runden in die Abendstunden gerutscht, in denen es sich bekanntlich hervorragend socializen lässt.

DO: Was ich meinte war: auch am Ende war es eng…
MMJB: Ja, natürlich, der gesamte Kurs war eng. Und lang vor allem. Kleine Fehler wurden schnell bestraft. Das Kurspar lag bei 67. Ich denke nicht, dass es in Deutschland etwas Vergleichbares gibt, obwohl Dassel nach wie vor der technische Vorzeigekurs in Deutschland ist, sind selbst dort die Anforderungen etwas geringer. Dennoch gab es auch bei der Copenhagen Open immer wieder Möglichkeiten, alternative Flugrouten zu wählen. Mann musste nicht überall auf dem Fairway bleiben, wenn es um das Par ging.

Caddy

Bei einem Major ist alles größer, auch die Caddies – Foto: Martin Frederiksen

DO: Bei der Siegerehrung wurden mehr als 21.000 Euro ausbezahlt. War Sicherheitspersonal anwesend?
MMJB: Nein. Ich denke, dass die Veranstalter Recht hatten in der Annahme, dass die Anwesenheit einer so großen Zahl durchtrainierter Sportler einen Raubüberfall aussichtslos gemacht hätte. Es war alles wunderbar vorbereitet und es gab keine seltsamen belgischen Vorkommnisse. Da einige Bierexperten extra aus den USA angereist sind wurde sogar an eine Bierverköstigung im Anschluss an das Turnier gedacht. Ein wunderbarer Gedanke und eine weitere Möglichkeit zum Sozializing. Im Vergleich zu der Bierauswahl bei der Verköstigung war das Turnierbier allerdings nicht wirklich angemessen. Das Essen war toll, aber beim flüssigen Brot, das auf einem so hochdotierten Turnier ausgeschenkt wird, sollte auch der Geschmack entscheiden.

DO: Wie haben Sie Ihr Preisgeld bekommen: Cash oder als Scheck?
MMJB: In ihren Fragen kommt das Geld sehr häufig vor. In meinem Fall wurde es in einem Briefumschlag übergeben.

CK

CK an seinem gelben Tag – Foto: Martin Frederiksen

DO: Man hört oft, dass das Geld den Sport verdirbt, dass Fairness und fröhliches Miteinander darunter leiden, wenn soviel auf dem Spiel steht. War davon etwas zu bemerken? Gab es Nicklichkeiten der Konkurrenten, fiese Tricks, psychologische Spielchen? Man hört, der spätere Zweitplatzierte hätte eine Art Farbenvoodoo zelebriert.
MMJB: In der Tat, einer der Konkurrenten trat zu jeder der vier Runden komplett durchgestylt an. Vom Hemd über die Socken bis hin zur Farbe der Scheibe unisono und jeden Tag was anderes. Wenn es Voodoo war, kam es allerdings bei mir nicht an. Ich glaube, eher es war der Tatsache geschuldet dass ein internationales Model anwesend war, und auch wenn Schweden manchmal kaltherzig rüberkommen, das schöne Geschlecht wollen sie schon auch beeindrucken. An mir persönlich ist der Voodoo abgeperlt, da ich diesen übertriebenen Style als genial empfunden habe und mich dies zusätzlich motiviert hat, mein Bestes zu geben. Was ich aus der Open Klasse vernommen habe, unterstreicht allerdings durchaus die Aussage, dass Geld den Sport verderben kann. Da möchte ich aber nicht weiter ins Detail gehen. Bei uns in der Masterskonkurrenz hat sich der finanzielle Aspekt einer guten Platzierung nicht negativ auf den Spaß an der Sache ausgewirkt. Es herrschte ein gutes erfolgsorientiertes Miteinander mit allem Respekt und den kleinen Schwätzchen, die die langen Rundenzeiten auch zwischenmenschlich angenehm machten. Ich hatte dennoch etwas Bedenken, wie die Finalrunde ablaufen würde, da sich Herr Marter leider ohne eigenes Verschulden aus der Leadergroup verabschiedet hatte und wir uns im Turnierverlauf sehr gut gegenseitig unterstützen konnten. Letztendlich hatte ich aber das Glück, mit meinem guten Spiel in der letzten Runde nicht nur meinen wunderbaren Caddy zu begeistern, sondern auch, nach einer kurzen mentalen Schwächephase in der Mitte des Geschehens, souverän und recht ungefährdet dem Titelgewinn mit jeder Bahn näher zu kommen.

DO: Welche Pläne haben sie mit dem Geld? Die heutzutage mit einer derartigen Summe verbundenen Möglichkeiten reichen ja vom Kauf eines indischen Kleinwagens über 4 Wochen Ballermann auf Mallorca bis hin zu einem Jahresabo im Discmania-Shop.
MMJB: Nun, ein Teil wird sicher wieder in die Sache zurück fließen, sprich für Flugscheiben-Angelegenheiten ausgegeben werden. Auch die Abbezahlung meiner Scheiben-betriebenen Hunde-Gassi-Geh-Maschine steht auf dem Plan.

DO: Sehen Sie die Gefahr, dass ihr Gewinn Nachahmer auf den Plan rufen könnte, Zocker, die des Geldes wegen auf große Turniere wie in Kopenhagen oder demnächst in Nokia fahren könnten?
MMJB: Das ist ein Missverständnis: Ich bin nicht des Geldes wegen nach Kopenhagen gefahren sondern primär, um einigen von den Top-Jungs an Hand von THE INVISIBLE STRING zu zeigen, wie genial die Wurfscheiben-Geschichte ist. Und Nachahmer wären es ja auch nur dann, wenn sie was gewinnen würden. Dazu ist natürlich jeder herzlich eingeladen. Insbesondere in Nokia, wo es wohl an die 40,000 Euro zu gewinnen gibt. Wie aber vorhin schon angesprochen: bei solchen Turnieren ist die Konkurrenz eben auch riesig, wer da nicht extrem abgebrüht ist, kriegt schnell mal die Flatter. Und mit der Flatter verkackt der Putter, diese alte Golfer Weisheit trifft bekanntlich immer ins Kettige.

Putt

Die große Flatter blieb aus: Der Rekordgeldgewinner beim erfolgreichen Putt. Im Hintergrund CK an seinem weißen Tag.   –   Foto: Martin Frederiksen

DO: Wir hatten vereinbart, dass sie noch etwas Werbung für ihre DVD machen können, ‚The Invincible String‘ heißt die glaub ich…
MMJB: Danke. ‚The Invisible String‘ ist ein Muss für alle Freunde der fliegenden Scheiben, mehr muss dazu eigentlich nicht gesagt werden.

DO: Wir hätten noch ein bisschen Platz…

MMJB: Im letzten Jahr hat sich gezeigt, dass viele Menschen noch gar nicht wissen, dass es den Film überhaupt gibt und so ging es mit der Verbreitung sehr langsam voran. Trotzdem gibt es immer wieder Enthusiasten, die von diesem Projekt begeistert sind und den Film zeigen wollen. Daher gibt es im Mai noch eine tschechische Premiere in Prag und eine finnische Premiere in Vaasa. Beide Screenings sind von Scheibenliebhabern in den jeweiligen Ländern organisiert. Das klappt eigentlich am besten, da die flugscheibenbegeisterten Leute immer den besten Plan haben, wo sie den Film zeigen können. Da es noch nirgends eine landesweite Kinoauswertung gibt, sind diese Einzelvorführungen die am einfachsten umzusetzende Möglichkeit The Invisible String in schön groß und laut mit Gleichgesinnten im Kino zu sehen. Das ist ganz anders als zu Hause allein vor der Glotze oder dem Rechner.

DO: Wie wird es mit dem Film weitergehen, ist evt. an eine Fortsetzung gedacht?
MMJB: Ein guter Punkt. Wie bereits angesprochen, wird Ende Juni die DVD erscheinen und jeder hat die Möglichkeit, sich diese wirklich gute und mit viel Liebe produzierten Doku nach Hause zu holen. Erhältlich sein wird der Film auf Amazon und wahrscheinlich auch im Discmania-Shop.TIS
Wenn ich aber darüber hinausblicke, dann ist dieser Film für mich eigentlich erst der Einstiegsfilm in die bunte Welt der Scheiben und ich denke, dass eine Fortsetzung aus inhaltlicher Sicht durchaus lohnend wäre. Genau wie in Kopenhagen auf dem sportlichen Sektor habe ich in der Produktionszeit des Filmes versucht, mein Bestes zu geben und durch den Zuspruch aller Protagonisten und den priviligierten Zuschauern weiß ich, dass es mir gelungen ist, und es wäre sehr schön, diesen Weg weiter zu bespielen. Dass es bisher so wenige Möglichkeiten gab, das Schmuckstück in groß und im Kino zu sehen, stimmt mich natürlich etwas traurig. Allerdings habe ich bei diesem Projekt auch gelernt, dass die Produktion des Films und seine Vermarktung zwei sehr verschiedene Dinge sind.
Gerne würde ich eine Tour durch England, Skandinavien, Japan, Ozeanien und vor allen Dingen auf dem Nordamerikanischen Kontinent organisieren, allerdings fehlen mir da schlichtweg die Partner dafür. Aber vielleicht kommt das noch, dort wäre nämlich durchaus etwas Geld zu machen, um dieses mammonige Wort auch noch einmal einzubringen. Ich wünsche mir daher für den DVD-Verkauf so etwas wie einen Achtungserfolg. Dies könnte dem Film einen einen neuen Schub geben. Ich hoffe nicht, dass TIS als der für immer beste Nischenfilm in die Filmgeschichte eingehen wird, der niemals ins Fernsehen kam oder gar unsichtbar geblieben ist. Aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

DO: Vielen Dank Herr Major Master für dieses Gespräch. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Glück sowohl auf sportlichem wie cineastischem Gebiet.

dr. delay deep in the Rain

Ein von Discmania gesponsorter Bericht über die City Nord Open am 25.05.2013

Er fing um 9:25 Uhr an und hörte um 18:40 Uhr auf. Und schon wetteronline.de hatte selbigen am Vortage nachhaltig und sogar farblich untermalt angedroht, sogar ein Upgrade von zwei auf drei Tropfen für den Nachmittag angeboten. Die gebeutelten, tapferen Recken (und Reckinnen) nahmen an und das Elend nahm seinen Lauf.

Ja, liebe Leserschar, es ist so wie es ist: So richtig hat es nach vielen nassen Stunden keinem mehr Spaß gemacht, alle wollten fertig werden. Ein wenig wie mit der Mutti zu Hause. Da müht man sich Viertelstunde um Viertelstunde ab und am Ende ist die Holde längst eingeschlafen – aber das darf auch nur hier und nicht etwa in anderen DiscGolf-Medien verbreitet werden.

Simon im Schacht

Slim Sim im Schacht

Der Dauerregen vergangenen Samstag war einfach Scheiße und in meinem 2017 erscheinenden Buch: „Das große Lexikon des Regens“ könnte bei Bedarf nachgelesen werden, dass mindestens vier verschiedene Regenarten durch den Tag lang angeboten wurden: Hamburger Nieselregen, Holsteinischer Landregen, Nebenpommerscher Fiesregen und Ätzpladder.

Umso beeindruckender waren die Ergebnisse der fast 90 Spieler, die immerhin aus drei Ländern kamen (D, FIN und natürlich uns aller „Ave“ aus den USA), dem Nass von oben tapfer trotzten und zahlreiche Unter-Par-Leistungen erzielten. Allen voran natürlich Slim Simon Lizotte, der freilich durch seine Windschnittigkeit auch generell wenig Regentropfen die Chance gab, ihn überhaupt zu treffen. Tandoori Chicken Simon, wie er von keinem seiner Freunde sonst genannt wird, konnte sogar im Keller eines anliegenden Stundenhotels stehen und noch so tun, als würde er blöde grinsen. In Wirklichkeit konzentrierte er sich und parkte die Scheibe selbst aus dieser Kackposition. So geht Überlegenheit – sensationell !

Überraschend stark dann der aufdringlich sympathische Michael Rollnik, der sich letztlich nur um einen popeligen Wurf geschlagen geben musste, sich nun aber Weltmeisterbesieger auf den Wurfarm tätowieren lassen will. (Rolli, warum hast Du immer noch gute Laune gehabt, obwohl Du um einen Matschwurf gegen Simon verloren hast? Was ist Dein Geheimnis? Johanneskraut?)

Ave war es einfach zu kalt und zudem lag seine Regenjacke in Greg´s Auto, der ihm wahrheitswidrig versprochen hatte: It never rains in Southern City Nord. So gemein –gleichwohl hat jeder Disc Golfer selbst schuld, wenn er Avery Jenkins nicht wenigstens mal zuschaut oder an seinen Clinics teilnimmt.

Auf den Plätzen dann Nico Unaussprechlich und Markus Koch, über die der Unterzeichner wenig Gutes berichten kann, aber eben auch nichts Schlechtes – im Platzregen wurde einfach nicht mehr viel gesprochen. Aber ich glaube, dass es sich bei beiden nicht nur um gut aussehende sondern auch um nette und vor allen Dingen talentierte Spieler handelt.

Bei den Masters ging es dann ähnlich knapp daher und einmal mehr blieb dem langjährigen dr.delay-Vertrauten O. Schacht der verdiente Sieg vergönnt. Er musste ihn Olli Möllemann, der nach unbestimmten Gerüchten tatsächlich Oliver heißen soll, überlassen, der aber auch ganz ok ist. Überhaupt finde ich fast alle nett – außer einem gewissen Spieler aus Holland, der immer doofe Facebook-Posts über dr.delay anbietet und alle DiscGolf-Regeln auswendig kann, weil er angeblich sonst nichts zu tun hat. Ich sach nich wer es is, aber wer es als erster errät, bekommt meine gebrauchten Holzschuhe und verwelkten Stoff-Tulpen.

Die Grandmaster Division wurde von dr.delay´s Zwillingsbruder Peter R. Müller dominiert; das R steht übrigens für Rock´n Roll.

Die Junioren waren auch da, da aber keiner von diesen Bagaluten dr.delay ordentlich die Hand gegeben und Guten Tag gesagt hat, wird nur erwähnt, dass Torben Casser vor Carl Rose und Keanu Reeves-Buck gewann, wobei der letzte Namenswitz bestimmt voll uralt ist, oder?

Kommen wir zu den Girls, auch Damen genannt: Spannender ging es nicht, denn Karena Witt gewann erst an der zweiten Bahn im Stechen vor Dana Jung, welches wetterbedingt als CTP gespielt wurde. Es war ein harte Entscheidung für die Amazonen, aber der namentlich nicht zu nennende Assistent des TD entschied sich für diese spieldauerfreundliche Variante und das durfte er auch. Bezeichnend, dass wieder keine der Damen dem Charme dr.delays erlag, was bei zukünftigen Turnieren noch genauer zu untersuchen sein wird.

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And the winners are: – wet!

Und wie spielte nun dr.delay? Jedenfalls nicht zu Ende und belassen wir es bei der offiziellen Version, die da lautet: Verletzung – schon um zu vermeiden, dass der Unterzeichner dieser informativen Zeilen noch mal so richtig schlechte Laune bekommt und Frau und Kind verkloppt.

Zu erwähnen ist noch, dass die Organisation nahe an der Perfektion war, dass http://www.die-waescherei.de/ uns nicht nur netter Weise noch fehlende Körbe gesponsort hatte sondern auch ein prima Mittagessen anbot. In Funktionskleidung saßen mehr als 80 DiscGolfer auf der überdachten Terrasse auf Designer-Gartenmöbeln. Lässig! (Wobei ich es erstaunlich finde, wie viele Nichtfunktionskleidungsträger dann doch noch mitgespielt und sogar durchgehalten haben.)

Fazit. Irgendwie ist es bei uns in HH an DiscGolf-Turniertagen wettermäßig immer ungelungen, aber wir geben die Hoffnung für die Zukunft nicht auf und mehr Spannung war eigentlich nicht möglich. Nur schade, dass dies keiner so richtig mitbekam. Ihr müsst also wiederkommen …

dr.delay
Hamburg, mai 2013

dr. delay auf youtube erleben: http://www.youtube.com/user/DiscGolfClubHamburg

„Mir ist wichtig, dass ich für mich gut spiele“

Interview mit dem diesjährigen Ostpark-Open-Sieger Kevin Konsorr

Hallo Kevin. Herzlichen Glückwunsch zu deinem Sieg bei den Ostpark Open
Danke!

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Halbfinale der Ostpark Open – Foto: Scheibensucher

Die Ostpark Open scheinen sich zu einem guten Pflaster für die Lünener Golfer zu entwickeln. Als Turniersieger trittst du die Nachfolge von Sven Rippel an. Habt ihr in Lünen den Kurs zu Trainingszwecken nachgebaut?
(Lacht) Nein, so weit sind wir noch nicht gegangen. Wenn wir trainieren, wissen wir ja meistens, wo derzeit unsere Schwächen liegen und vielleicht auch, was auf einem bestimmten Kurs gefordert wird und trainieren dann dementsprechend.

War ja recht dramatisch: Am Ende lief es auf ein Stechen zwischen dir und Dominik hinaus…
Meine erste Runde war ja recht gut und ich war auch zufrieden mit meiner Leistung. Gleiches kann ich wohl auch über die zweite Runde sagen. Die dritte Runde und das Halbfinale waren ziemlich schlecht, irgendwie wollten die Putts nicht mehr so ganz. Da Niko und Christian zudem sehr konstant gespielt haben, hatte ich eigentlich nicht damit gerechnet, noch mal nach ganz vorne zu kommen. Umso schöner war es, dass ich dann im Finale nochmal alles für mich habe rausholen können – Damit auch ein Dankeschön an meinen Caddy Sven!

Warst du sehr nervös? Wie ist es, wenn man so unter Druck steht?
Da ich nach den schlechten Runden nicht mehr damit gerechnet hatte zu gewinnen, hielt sich die Nervosität in Grenzen. Im Finale selbst war ich aber schon etwas angespannt. Ich glaube aber, dass es mir sogar geholfen hat.

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Finale der Ostpark Open – Foto: Scheibensucher

Was lief bei dem Turnier besonders gut?
Ich habe recht konstant gespielt. Das Putten hingegen war ziemlich schlecht.

Welchen Stellenwert hat der Turniersieg für dich, immerhin dein erster bei einem renommierten Turnier in der Open-Division?
Ich habe mich riesig gefreut! Vor allem, weil den Ostpark einer meiner Lieblingskurse ist.

Wie sieht die Saisonplanung aus?
Darüber habe ich mir bisher nur ein paar Gedanken gemacht. Zurzeit (und auch die nächsten zwei Jahre) gehe ich ja noch zur Schule. Ich muss schauen, wie viel ich dieses Jahr spielen kann. Als nächstes ist ein Start bei den Berlin Open und dann in Kellenhusen geplant.

Was sind deine Ziele für diese Saison?
Auf jeden Fall einen „guten“ Platz in der GermanTour. Wo genau ich liegen möchte, weiß ich nicht und das ist mir auch vorerst egal. Mir ist wichtig, dass ich für mich gut spiele und mich auch verbessere.

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Finale der Ostpark Open – Foto: Scheibensucher

Der Sieg bei den diesjährigen Ostpark Open könnte ja ein gutes Omen für die DM im nächsten Jahr sein. Immerhin liegt die auf dem Termin der USDGC und es bestehen Chancen, dass Simon deswegen nicht am Start ist..
Das schauen wir dann.. 😉

Wie trainierst du? Was ist deiner Meinung nach besonders wichtig?
Ich versuche nicht zu stur zu sein. Ich kann mich nicht eine Stunde am Stück an den Korb stellen und das Putten trainieren. 20 Minuten hiervon, 20 Minuten davon. Ich glaube, eine gute Mischung von allem ist wichtig. Wenn ich merke, dass etwas nicht gut funktioniert, trainiere ich das dann etwas mehr.

Wo siehst du deine Stärken und Schwächen?
Meine Schwächen sind ganz klar die Konzentration, daran arbeite ich aber! Zu meinen Stärken gehört das Putten – wenn ich mich konzentrieren kann und mir sicher bin. Das ist seit dem letzten Winter leider noch nicht der Fall.

Was hast du in der DG-Tasche, welche Scheiben sind für dich am wichtigsten?
Zum Putten und für kurze Approaches nutze ich die P2. Sie ist stabil genug um auch leichtem Gegenwind standzuhalten aber auch bei Anhyzern extrem kontrollierbar! Für längere Annäherungen und Würfe von etwa 90 bis 100 Metern werfe ich gerne die Gremlin oder die MD2. Die Gremlin ist im Vergleich zur MD2 noch stabiler und hat etwas weniger Glide. Dadurch werfen sich Hyzer fast von alleine! Mein wichtigster Driver ist ganz klar die DD. Ich habe eine in C-Line und eine im S-Line Plastik. Die DD ist meiner Meinung nach die beste Scheibe um „alles“ über 100 Metern sicher spielen zu können. Hyzer, Anhyzer und gerade Würfe. Eben mein Go-To-Driver!

Wie sieht es in der Schule aus, in welcher Klasse bist du und was sind deine Lieblingsfächer?
Mitte des letzten Jahres habe ich mit dem Abitur angefangen und bin nun in der elften Klasse. Da sieht es bisher ganz gut aus. Meine Lieblingsfächer dürften Englisch und Bio sein. Die beiden habe ich auch als Leistungskurse gewählt. Und wenn ich meine Klausuren weiterhin so schreibe, wie bisher, kann ich mich über ein gutes Abitur freuen! 🙂

Na da würden wir uns natürlich mitfreuen!

Team Discmania auf dem Siegertreppchen

Wieder ein erfolgreiches Wochenende für die Spieler vom Team Discmania. Bei den Rüsselsheimer Ostpark Open siegt Youngster Kevin Konsorr denkbar knapp vor hochkarätiger Konkurrenz und verweist am Ende den amtierenden GermanTour Sieger Dominik Stampfer (ebenfalls Team Discmania) im Stechen auf den zweiten Platz. Ein Interview mit dem Lünener folgt in Kürze.

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Rockte den Ostpark: Kevin Konsorr
Foto: Scheibensucher

Beim Eurotourturnier in Stockholm bestätigte Simon Lizotte seine Ausnahmestellung unter Europas Golfer und belegte hinten den beiden US-Pros Feldberg und Locastro einen ausgezeichneten Platz 3.

Platz 1, 2 und 3 für Team Discmania an einem Wochenende – wir sind stolz auf euch, Jungs!