Dassel – ein Wintersportmärchen

????????Es soll Zeiten gegeben haben, da Disc Golf im Verständnis nicht nur der allgemeinen Öffentlichkeit sondern auch der gemeinen Spielerschar mit solchen Dingen wie Sonne, Strand und kurzen Hosen assoziiert wurde. Und die vermeintliche Unabdingbarkeit einer Winterpause dürfte von der Befürchtung herrühren, in Monaten wie Januar oder Februar wäre es um das Vorhandsein solcherart sommerlicher Begleiterscheinungen nun einmal schlecht bestellt. Alles Unsinn! Nach den wahrhaft richtungsweisenden 11. Haus Solling Open kann die Notwendigkeit einer Winterpause nun endgültig ins Reich der Vorurteile verwiesen werden. Nicht täuschen lassen sollte man sich durch die Tatsache, dass das Turnier am letzten Märzwochenende stattfand, denn schlimmer hätte es aus Sicht der Sommer-Sonne-Strand-Nostalgiker auch im Januar nicht kommen können:  eine geschlossene Schneedecke und 15 cm Neuschnee an den 3 Turniertagen, ein herber Frost in den Nächten und Minusgrade auch untertags. Dazu ständig Schneeschauer und gelegentlich ein eisiger Nordostwind. Und was passierte? Kurzfristige Turnierabsagen weit über das übliche Maß hinaus, ein Spielerstreik, griesgrämige Mienen, wüste Beschimpfungen gegenüber wem auch immer, der für diese Disc-Golf-Posse im Schnee verantwortlich war und zuguterletzt derart unübliche Ergebnisse, dass man glauben müsste, sie wären nicht durch Disc Golfen sondern durch Eisbowling oder eine andere zum Wetter passende Betätigung zustande gekommen? Nichts von alledem!  Zwar dürfte sich der eine oder andere der 120 Teilnehmer dabei ertappt haben, ‚Leise rieselt der Schnee‘ vor sich hin zu pfeifen oder die Erwartung nicht losgeworden sein, hinter den verschneiten Tannen würde demnächst der Weihnachtsmann die Bahn kreuzen. Aber das tat dem Spaß anscheinend wenig Abbruch und am Ende waren alle irgendwie glücklich. Zudem siegten ausnahmslos die Favoriten, so unter anderem Neu-Discmaniac Simon Lizotte, der die Dauerrivalen Christian Plaue und Dominik Stampfer in der offenen Klasse auf die Plätze verwies.

Freilich gab es auch neue Herausforderungen: So erwies sich der Turnierparkplatz für automobilisierte Teilnehmer nur zu leicht als Straße ohne Wiederkehr  (hier sollte das GT-Gremium vielleicht darüber nachdenken, das Mitführen von Schneeketten für die Teilnehmer zukünftig zur Pflicht zu machen). Auch musste der anwesende Discmania-Scheibendealer erkennen, dass das Enteisen der Scheiben am Sonntagmorgen (nach nächtlicher Lagerung im Discmania-Mobil hatte sich der Schnee des Vortags in von der PDGA nicht zugelassene Eisränder verwandelt) eine allzu zeitraubende Beschäftigung darstellt, wenn dies einzeln und von Hand erledigt werden muss. Getrübt wurde die Freude zudem von dem schweren Unfall, den ein Mitglied der Potsdamer Delegation beim nächtlichen Schlittenfahren auf den tiefverschneiten Hängen vor dem CVJM-Heim ereilte. Ein doppelter Bänderriss bedeutete einen mitternächtlichen Krankenhausbesuch und das Aus für Sonntag. All das zeigt nur, dass viele Spieler mit den Tücken eines Disc-Golf-Turniers im Januar noch nicht vertraut sind, doch nach den Erfahrungen dieser denkwürdigen 11. Haus Solling Open besteht kein Zweifel, dass sich dies in kurzer Zeit ändern und Disc Golf endlich als das erkannt wird, was es ist: eine Wintersportart.

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